Sie sind hier: Foto-Archiv 2016 Jugendaustausch  
 2016
Krippenspiel Mainzlar
Krippenspielprobe
Weihnachten Frauenhilfe
Grimms Welt
Erster Advent
Volkstrauertag
Kinderbibeltag Friedelhausen
Erntedank
5000 Brote
Burgfest
Ferienspiele
Autofreies Lumdatal
Jugendaustausch
Kirmes Mainzlar
Konfis in Herbstein
Frauenhilfe in Marburg
Krämermarkt
Goldene Konfirmatioon
Pfingsten
Himmelfahrt
Konfirmation
Vorstellung
Osterkindertage
Konfis in Hohensolms
Tauferinnerung
 FOTO-ARCHIV
2017
2016
2015 / 2. Halbjahr
2015 / 1. Halbjahr
2014
2013
2012
2011
2010
2009
2008
2007
2006
2005
2004
2003
2002

JUGENDAUSTAUSCH
 



 

Jugendliche aus Tarján in Ungarn, aus Mönichkirchen in Österreich, aus Moravská Trebová in Tschechien, aus Deutschland, Asylsuchende aus Syrien, Gäste aus Palästina, sowie Mitglieder der Kirchengemeinden aus Staufenberg, Daubringen, Lollar und Treis feiern einen gemeinsamen Gottesdienst unter dem Motto: „Wir erleben Europa in seiner neuen Vielfalt. Wir erleben Europa als Familie“. Evangelische, katholische und orthodoxe Christen, Bekenntnis – und Konfessionslose und Muslime singen und feiern und essen zusammen. All dies geschah in einem Zelt, aufgebaut neben der Stadthalle Staufenberg anlässlich des Internationalen Jugendaustausches am 23.7.2016. Das Zelt war offen, die Wände wurden entfernt – wohl wegen der sommerlichen Temperaturen, aber so wurde es zu einem großen Symbol: ein offenes Zelt, das ein Fach gibt für Menschen unterschiedlicher Nationalitäten und unterschiedlicher Religionen.

„Wie in einer Familie…“ dieses Motto nahm Pfarrerin Jutta Martini in der Gestaltung des Gottesdienstes auf. Jugendliche aus Staufenberg spielten ein kleines Theaterstück: „Eine Familie beim gemeinsamen Essen“ und zeigten welche Konflikte es innerhalb einer Familie alles geben kann, wenn die Älteren die Jungend nicht versteht und umgedreht, die Tochter einen Asylsuchenden zum Freund hat, die Mutter nicht mit dem Vater der Kinder, sondern mit einem anderen Mann zusammenlebt, der seinerseits Kinder mit in die Familie bringt und, und , und… . So ist es auch mit Europa. Und das Zusammenleben gelingt nur, wenn jeder etwas dafür tut. „Und Gott will nicht, dass der Mensch alleine sei…“ zitiert Pfarrerin Martini biblische Traditionen. Der Mensch ist auf Gemeinsamkeit und Zusammensein mit anderen geschaffen.

Der ganze Gottesdienst war von diesem Gedanken durchwirkt. Das Psalmwort – gelesen von Jugendlichen aus drei Ländern: Gottes Wort im Dreiklang der Nationen. Das Glaubensbekenntnis, gemeinsam verfasst und vorgetragen von der aktuellen Konfirmandengruppe. Das Fürbittgebet, gelesen in ungarisch, tschechisch und syrisch und deutsch.

Während der Predigt hielt Pfarrerin Martini inne. Es ging darum, inwieweit sich die europäischen Nationen an einem Tisch versammeln können, wie es eine Familie tut. Und dann wurden von der Rückseite des Zeltes aus die ungarische, tschechische, österreichische, deutsche, sowie die Europa Flagge über den Köpfen der Menschen transportiert, zur Bühne geleitet, dort mit Applaus begrüßt und der gemeinsame Tisch mit den Fahnen der Nationen als Tischdecken geschmückt. Jugendliche aus den beteiligten Ländern brachten nun Spezialitäten ihrer jeweiligen Heimat, um den Tisch zu decken: Körnerbrot aus Deutschland, Schnaps und Tomaten aus Ungarn, Süßigkeiten und Säfte aus Tschechien, Schinken aus Österreich. Dazu kamen Brot und Wein und fertig war der Tisch für das Agapemahl. Die Jugendlichen teilten das Essen aus. Doch zuvor der Friedensgruß: „Friede sei mit dir und der Welt“. Sieben unscheinbare Worte, die Pfarrerin Martini anbot, jede und jeder möge sie mit anderen teilen. Und es geschah etwas Erstaunliches: Die Menschen setzten sich in Bewegung und jede und jeder wollte so vielen anderen diesen Friedensgruß zusprechen und auch selbst hören. Der Moment wurde lange. Die Zeit verdichtete sich. Worte verwandelten sich und erhielten Kraft. Sieben unscheinbare Worte des Friedens, den Europa so dringend braucht. Hier gingen fremde Menschen aufeinander zu ohne Angst. So soll es sein. Welche große Bedeutung der Wunsch nach Frieden hat, wurde bereits ganz zu Beginn des Gottesdienstes deutlich, als Pfarrerin Martini um eine Minuten stillen Gedenkens bat für die Opfer des Amoklaufes in München.

Der Gottesdienst wurde musikalisch gestaltet von der Band „Die Elfte Plage“ aus Kleinlinden. Und nicht zuletzt die rockige Musik hat zu der heiteren Stimmung des Gottesdienstes beigetragen. Überbordender Applaus dankte der Band nach jedem einzelnen Lied. Und bei „All together now – caus we are strong“ klatschte das ganze Zelt mit. Am Ende der Abkündigungen verkündete der Vertreter des "Freundeskreises Traján" Gerald Hinz, dass zwei Geburtstagskinder unter den Anwesenden seien. Eine Vertreterin der tschechischen Delegation feierte ihren Geburtstag und erhielt Glöückwünsche und ein Geschenk. Das zweite Geburtstagskind war Pfarrrein Martini, die sich über Geschenkörbe aus vier europäischen Nationen feuen durfte und eine herzlichen und warmen Glückwunsch-Applaus mit Ständcchen.

Zum Segen legte ein jeder sein rechte hand auf die Schulter seines Nachbarn, um den Segen „mir und dir“ zuzusprechen. Normalerweise endet ein Gottesdienst mit dem Segenswort am Ende. Hier ging es weiter und aus den Lautsprechern drang arabische Musik, und eine Gruppe syrischer junger Männer kam auf die Bühne. Sie tanzten ausgelassen ihre Tänze - sehr zur Begeisterung und Verwunderung der versammelten Gottesdienstbesucher. Der Freudeskreis Tarján, Mit-Veranstalter des Jugendaustausches hatte im Anschluss für ein reichhaltiges Abendessen gesorgt: 31 Salate aus verschiedenen nationalen Küchen standen bereit, die syrischen Freunde hatten bis spät in die Nacht ihre speziellen Süßwaren gebacken. Der Gottesdienst endete nicht, er mündete in ein gemeinschaftliches Essen. Wer dabei war, wird diese Feier nicht so schnell vergessen. Die Jugendlichen, die bei diesem Jugendaustausch dabei wären, werden einmal ein anderes europäisches Verständnis haben: Nicht der Brexit ist der Weg in die Zukunft, sondern der Zusammenhalt der Nationen in Frieden. Die verschiedenen Religionen und Religionsgemeinschaften stehen dem nicht im Weg, sondern können ihren Beitrag dazu leisten. Die ev. Kirche hat an diesem Tag gezeigt, das sie dazu bereit ist und auch in der Lage, denn es ist Gottes Wille, dass seine Menschen friedlich zusammenleben und gemeinsam seine Welt verwalten.






Die elfte Plage

Klicken Sie hier, um zur Galerie zu gelangen.



Theater: Familientisch

Klicken Sie hier, um zur Galerie zu gelangen.



Aktion: Fahnentisch

Klicken Sie hier, um zur Galerie zu gelangen.



Eindrücke

Klicken Sie hier, um zur Galerie zu gelangen.



Geburtstage und syrischer Tanz

Klicken Sie hier, um zur Galerie zu gelangen.