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ERNTEDANK
 



 


Back to the roots. Erntedank kehrt zu seinen Ursprüngen zurück.
Mitten-in-Dorf-Gottesdienst im Gewächshaus des Kräuterhofes Müller


"Im Trubel der 25 Jahr Feier der deutschen Einheit, inmitten des Flüchtlingschaos feiern wir ein Fest - ein Dankfest für all das, was wir haben und was uns so selbstverständlich vorkommt, obwohl es alles andere als selbstverständlich ist", mit diesen Worten begrüßte Pfarrerin Martini die versammelte Erntedankgemeinde im Gewächshaus des Kräuterhofes Müller in Staufenberg.  Gastgeberin und Hausherrin Müller ergänzte: "Erntedank kehrt zu seinen Ursprüngen zurück. Gerade hier im Gewächshaus, wo die kleinen Pflänzchen gezogen werden und das Leben erwacht, ist ein schöner Ort, um einen Erntedankgottesdienst zu feiern." 

Wenn Kirchberg zum Mitten-im-Dorf-Gottesdienst lädt, ist immer etwas Außergewöhnliches in der Luft. So auch an diesem Sonntag. Über dem prächtig geschmückten Altar schweifte der Blick über das Staufenberger Tal. Im Gewächshaus, das sich kurzfristig zum Gotteshaus wandelte, warteten ca. 150 Menschen auf den Beginn der Feier. Der Singkreis Kirchberg und Leitung von Dina Zavodoska und der Posaunenchor Kirchberg hatten sich vorbereitet, den Gottesdienst musikalisch zu begleiten. Die Kirchenvorsteherinnen Yvonne Flor de Carvalho und Christine Bauer gestalteten die Eingangsliturgie. Die Gemeindepädagogin Antje Koob-Röhrsheim und die Gemeindesekretärin Sabine Rehlich übernahmen die Schriftlesung. Aufgeregt traten dann einige Jugendliche des neuen Konfirmandenjahrganges an das Mikrofon. Sie hatten ein eigenes Glaubensbekenntnis erarbeitet, das sie in diesem Gottesdienst gemeinsam mit der Gemeinde sprechen wollten. Darin heißt es unter anderem:" Ich glaube an Jesus, den Heiler, Helfer und Retter. Ihm sind alle Menschen gleich wichtig, egal ob arm oder reich. Er versteht uns, er akzeptiert uns, wie wir sind, und er sieht in jedem Menschen etwas Gutes."

In ihrer Predigt fragte Pfarrerin Martini danach, was unserer Seele tatsächlich Ruhe und guten Mut gäbe? Unser Leben sei so verletzlich. Wir haben es nicht in der Hand, unser Leben abzusichern. Letztendlich weiß keiner, was der nächste Tag wirklich bringt. "Anzunehmen, dass ich mein Leben selbst in der Hand habe, ist schlicht hochmütig, es ist anmaßend. Wer so denkt, übersieht etwas ganz Entscheidendes."  Eine Sprechmottete, die von der ganzen Gemeinde mit verteilten Rollen gesprochen wurde, machte letztlich deutlich worum es ging: "Am Ende steht immer Gott." Er schenkt das Leben, er hält und erhält die Welt, er läßt wachsen und gedeihen, er schenkt Ruhe und guten Mut. Und dann sprach Pfarrerin Martini ganz aktuell: "Denn das gehört auch zum Erntedank. Die anderen nicht vergessen. Hoffen wir, dass die vielen Menschen, die hier ernsthaft eine neue Heimat und Zukunft suchen, schnell integriert werden können. Dann werden wir alle davon profitieren. Lassen Sie uns nicht vergessen: Der Reichtum unseres Landes ist wenigstens zum Teil auch auf der Armut derer begründet, die nun ebenfalls gut leben möchten und deshalb zu uns kommen. Unsere Lebensernte geht auch auf so manche unverdiente Saat zurück." 

Danach lud sie ein zum Agapemahl. Die Konfirmandinnen und Konfirmanden brachten den Gemeindegliedern Brot und Trauben.  Und das Fürbittgebet war wieder Sache des Kirchenvorstandes, Sabine Grölz-Krug und Roswitha Deibel sprachen die gemeinsamen Bitten. 

Mit dem Schlusssegen war jedoch nicht Schluss. Neben dem Ausgang stand ein Tisch auf dem während des Gottesdienstes bereits die von Mitarbeiterinnen gekochte Kürbissuppe - mit und ohne Ingwer-  vor sich hin köchelte und nun zum gemeinsamen Essen einlud. Viele folgten von dieser Einladung und saßen noch eine geraume Zeit zusammen bei Most und Suppe. Und die Sonne hatte sich auch hervorgewagt. Zur Mittagsstunde ging ein Gottesdienst zu Ende, an dem viele beteiligt waren. Ein Gottesdienst, der zeigte, was Erntedank heute bedeuten kann: Dankbar sein für das, was unser Leben ausmacht. Sich bewusst ein, dass man sein eigenes Leben nicht selbst in Händen hat. Und hilfsbereit sein für andere, deren Leben unsicher und gefährdet ist.  Ein Mitten-im-Dorf Gottesdienst im Gewächshaus: Da, wo das Leben der Natur im Kleinen beginnt, spürt man seine Verletzlichkeit und ist dankbar für seinen Schutz.




 
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